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PAPAMONAT

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Vater mit Baby glücklich
Foto: Panthermedia/Monkeybusiness

Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat es getan, der steirische Landeshauptmann- Stellvertreter Michael Schickhofer ebenfalls, und rund sechs Prozent der Väter in Österreich machen es ihnen nach: Sie gehen in den Papamonat.

Um Jungvätern zu ermöglichen, die erste Zeit mit ihrem Kind zu Hause zu verbringen, wurde 2017 der sogenannte Familienzeitbonus eingeführt. Er ermöglicht es dem Partner, in den ersten drei Lebensmonaten seines neugeborenen Kindes zwischen 28 und 31 Tage zu Hause zu sein, um sich die erste Zeit ihm zu widmen. Rund 700 Euro bezahlt die Krankenkasse für diesen Monat - das Geld wird von dem für die Väter reservierten Anteil des Kinderbetreuungskontos abgezogen. Die Erwerbstätigkeit muss dabei eingestellt werden.

Rund sechs Prozent der Väter nehmen diese Möglichkeit bereits in Anspruch, der Katholische Familienverband hofft aber, dass dieser Anteil steigt. Denn auch wenn das unter dem Strich einen Monat lang weniger Familienbudget bedeutet, stellt der Papamonat - im Amtsdeutsch auch "Väterfrühkarenz" genannt - eine großartige Möglichkeit für junge Familien dar, von der alle profitieren: So wird die Bindung zum Kind gestärkt. "Präsente Väter in der Familie entwickeln auch eine andere Männlichkeit", ist Männerforscher und Psychotherapeut Erich Lehner überzeugt. "Sie werden sozialer - nach außen hin und der Familie gegenüber - und haben bessere Beziehungen." Dies gilt natürlich in gleicher oder noch stärkerer Weise für Väterkarenz. Zum anderen ist es aber auch ein großer Vorteil für die frischgebackene Mutter: Beim ersten Kind ist es eine aufregende Zeit, die man so gemeinsam als Familie genießen kann. Gibt es bereits Geschwisterkinder, ist eine zusätzliche erwachsene Person eine große Hilfe!

RECHTSANSPRUCH?

Einen Rechtsanspruch auf den Papamonat haben allerdings derzeit (bei Redaktionsschluss) nur Beamte, alle anderen Väter sind bislang auf das Einverständnis ihres Arbeitgebers angewiesen. Der Katholische Familienverband fordert seit Jahren einen Rechtsanspruch. Aus dem Büro von Vizekanzler Heinz-Christian Strache war kürzlich zu hören, der Rechtsanspruch auf den Papamonat sei so gut wie fix, die Verhandlungen dazu befänden sich in der Zielgeraden. Eine erfreuliche Nachricht - vor allem, aber nicht nur für die Väter!

Als zweifacher Vater, dessen Kinder mittlerweile erwachsen sind, kann der Autor dieser Zeilen rückblickend jedem jungen Vater nur raten:

"Verpass nicht die Rolle deines Lebens!"

Dr. Alfred Trendl Präsident des Katholischen Familienverbandes

FACT BOX PAPAMONAT

  • Für Kinder, die ab dem 1. März 2017 geboren wurden, können erwerbstätige Väter in den ersten drei Monaten nach der Geburt zwischen 28 und 31 Tage Familienzeitbonus (Papamonat) beantragen.
  • Dafür gibt es 700 Euro, die auf ein allfälliges vom Vater bezogenes Kinderbetreuungsgeld angerechnet werden.
  • Der Antrag muss binnen 91 Tagen ab der Geburt bei der zuständigen Krankenkasse gestellt werden.
  • Im Anschluss an die Familienzeit ist die unterbrochene Erwerbstätigkeit wieder aufzunehmen.
  • Auf den "Papamonat" besteht kein Rechtsanspruch.
  • Während der Familienzeit ist man kranken- und pensionsversichert.

Mehr über die Rechte von Vätern, wenn es um Papamonat und Karenz geht, aber auch viele spannende Erfahrungsberichte von Jungvätern sowie Tipps und Tricks für Väter erfahren Sie auf der Homepage: www.vatersachen.at

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